Energiekonzept Nordwest

Pleitewelle in der Solarbranche: Wenn Billigangebote Vertrauen zerstören

Markt nach dem Boom

Nach mehreren Jahren starken Wachstums gerät die Solarbranche spürbar unter Druck. Der Absatz ist rückläufig, Förderbedingungen haben sich verändert, und die Margen vieler Anbieter sind geschrumpft. In dieser Phase zeigt sich, welche Geschäftsmodelle tragfähig sind und welche nicht.

Insolvenzen als Folge der Marktbereinigung

Besonders kleinere und junge Betriebe sind von Insolvenzen betroffen. Hohe Fixkosten, langfristige Garantiezusagen und geringe finanzielle Reserven treffen auf sinkende Auftragseingänge.

Für Kunden bedeutet eine Insolvenz häufig Unsicherheit: Ansprechpartner sind nicht mehr erreichbar, zugesagte Leistungen bleiben offen, und Gewährleistungsfragen lassen sich nur schwer klären.

Billigangebote als Risikofaktor

Extrem niedrige Preise waren in vielen Fällen nur möglich, indem an Planung, Material oder Ausführung gespart wurde. Kurzfristig wirkte das attraktiv, langfristig entstanden jedoch technische und organisatorische Probleme.

Nachbesserungen oder die Übernahme bestehender Anlagen durch neue Fachbetriebe sind aufwendig und verursachen zusätzliche Kosten, die ursprünglich nicht eingeplant waren.

Folgen für Anlagenbetreiber

Der wirtschaftliche Schaden entsteht weniger durch den Kaufpreis, sondern durch Ausfallzeiten, Reparaturen und fehlende Betreuung. In einzelnen Fällen ist eine vollständige Neuplanung erforderlich, wenn grundlegende Mängel vorliegen.

Damit wird deutlich, dass der Preis allein kein geeignetes Kriterium für die Bewertung einer Solaranlage ist.

Woran sich belastbare Angebote erkennen lassen

Fachleute empfehlen, Angebote anhand mehrerer Kriterien zu prüfen: transparente Leistungsbeschreibungen, nachvollziehbare Planung, realistische Zeitpläne und eine langfristige Erreichbarkeit des Anbieters.

Eine Photovoltaikanlage ist auf eine Nutzungsdauer von mindestens zwei Jahrzehnten ausgelegt. Entsprechend wichtig ist ein stabiles Umfeld für Betrieb und Betreuung.

Sachliche Einordnung

Die aktuelle Entwicklung stellt keine grundsätzliche Infragestellung der Photovoltaik dar. Sie zeigt vielmehr, dass nachhaltige Geschäftsmodelle und saubere Ausführung entscheidend sind.

Für Verbraucher bedeutet das, Entscheidungen mit Blick auf Qualität, Planungssicherheit und langfristige Begleitung zu treffen – nicht allein auf Basis des niedrigsten Preises.

Quelle: t-online.de, Bericht zur Lage der Solarbranche, veröffentlicht am 26.12.2025

Weiterführende Einordnung: Photovoltaik und Stromspeicher – Planung und Umsetzung

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