Energiekonzept Nordwest

Nachtspeicher austauschen – warum moderne Systeme netzdienlich wirken

Beim Austausch alter Nachtspeicherheizungen gegen moderne, leistungsärmere elektrische Heizsysteme verändert sich nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch das Verhalten gegenüber dem Stromnetz. Der Beitrag ordnet ein, warum solche Modernisierungen als netzdienlich gelten können.

Technische Ausgangslage alter Nachtspeicherheizungen

Klassische Nachtspeicherheizungen arbeiten mit hoher Anschlussleistung und laden ihre Speicherkernmasse in kurzen Zeitfenstern, meist nachts. Diese gebündelte Leistungsaufnahme führt lokal zu hohen Lastspitzen und stellt besondere Anforderungen an Netzanschlüsse und Verteilnetze. Der Wirkungsgrad der Wärmeabgabe entspricht häufig nicht mehr heutigen Standards.

Moderne, leistungsärmere Heizsysteme

Aktuelle elektrische Heizsysteme arbeiten mit geringerer Anschlussleistung und gleichmäßigerem Energiebezug. Wärme wird bedarfsgerechter erzeugt und verteilt, häufig mit höherem Wirkungsgrad und besserer Regelbarkeit. Dadurch sinkt sowohl der absolute Stromverbrauch als auch die maximale Netzlast.

Netzdienliche Wirkung durch Lastreduktion

Eine geringere Anschlussleistung reduziert Lastspitzen im Verteilnetz. Anstelle kurzer, hochkonzentrierter Ladephasen verteilt sich der Strombezug über längere Zeiträume. Das entlastet Transformatoren, Leitungen und Hausanschlüsse. Aus Sicht der Netzstabilität ist eine solche Glättung der Last ein klarer Vorteil.

Zusammenspiel mit moderner Steuerung

Moderne Heizsysteme lassen sich präziser regeln und besser an reale Wärmebedarfe anpassen. In Verbindung mit zeitvariablen Tarifen oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen kann der Strombezug zusätzlich an netzrelevante Zeitfenster angepasst werden. Damit wird der Betrieb flexibler und besser integrierbar in das bestehende Stromnetz.

Einordnung aus Netzsicht

Der Austausch alter Nachtspeicherheizungen gegen effizientere, leistungsärmere Systeme führt nicht nur zu geringerem Verbrauch, sondern auch zu einer besseren Netzintegration. Solche Maßnahmen gelten als netzdienlich, weil sie Lastspitzen reduzieren, die Steuerbarkeit erhöhen und bestehende Infrastruktur entlasten. Sie ersetzen keine Netzausbauten, können deren Umfang jedoch begrenzen.

Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht Energie 2023; Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Veröffentlichungen zu Lastmanagement, Netzintegration und elektrischen Wärmeanwendungen

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